Komm Du mir bloß hoim….

Genau vier Wochen sind wir nun schon wieder zurück in der Heimat. Es kommt uns so vor, als hätten wir die Weltreise in einem anderen Leben unternommen, denn das Gefühl von Freiheit und Abenteuer liegt in weiter Ferne zurück. Noch kann man zwar nicht von einem geregelten Alltag sprechen, aber an das Leben in Deutschland haben wir uns längst wieder gewöhnt
Fast hätten wir einen Agenten beschäftigen müssen, der unsere Termine über die Weihnachtsfeiertage zu koordinieren gehabt hätte. Zwölf (!) Tage und Abende hintereinander das volle Festprogramm mit Familie und Freunden… Einerseits sind das riesige Wiedersehensfreuden, andererseits auch Stressmomente, denn schließlich waren wir siebzehn Monate größtenteils auf uns alleine gestellt und selten von bekannten Menschen umgeben. Manch einer empfindet den Weihnachtstrubel an sich ja schon stressig – man kann sich vielleicht vorstellen, was passiert, wenn man noch eine Weltreiseheimkehr obendrauf sattelt.
Anfang Januar finden wir dann endlich etwas Zeit für uns. Doch das Wetter ist mies, es regnet und ist grau. Keine Spur von Winterzauber. Also verkriechen wir uns unter der Bettdecke und widmen uns der Organisation des „Lebens danach“. Die ToDo-Liste ist ellenlang und an erster Stelle steht die Wohnungssuche. Keine Frage, wir sind einfach Glückskinder, denn schon nach drei Wochen können wir einen ersten Erfolg verbuchen. Ab 1. April werden wir eine Wohnung im Herzen der Ravensburger Altstadt bewohnen – keine Selbstverständlichkeit, denn es gibt bis zu 80 Mitbewerber. Dieser Teilerfolg verschafft uns Luft und wir können etwas durchatmen.
Das Leben zu Hause ist komfortabel. „Hotel Mama bzw. Papa“ kümmert sich rührend um seine Gäste und es fehlt uns an nichts. Der Zeiger der Waage bewegt sich von Woche zu Woche ein Stück weiter nach rechts. Wir sind wieder im Schlaraffenland – mit all seinen Nebenwirkungen.
Aber Vorsicht! Gelegentlich finden wir uns am Rande eines Abgrunds wieder, einem tiefen Loch, in das wir unter keinen Umständen fallen wollen. Ein Absturz würde schwerwiegende Folgen wie Antriebslosigkeit, Sentimentalität und Wehmut auslösen. Wir würden den Sinn des Lebens hinterfragen müssen und ständig darüber jammern, wie schnell doch die schöne Zeit verronnen ist. Wir haben dieses Loch bislang umgehen können, aber es ist schon ein furchteinflößender Krater, der sich da auftut. So ist es bislang eine gute Taktik, sich den „Härten“ des Alltags zu stellen, statt davonzulaufen: Büro statt Karibikträume, Salamibrot statt Thaicurry, Regenschirm statt Sonnencreme…
Als mental gefährlich müssen derzeit allerdings Reisereportagen im Fernsehen eingestuft werden. Schnell weiterzappen, wenn Traumstrände auf der Mattscheibe flimmern, denn es besteht akute Fernwehgefahr. Es wird allerhöchste Zeit, dass sich der Winter von seiner schönen Seite zeigt und wir die heimatliche Landschaft endlich genießen können, denn immer öfter ertappen wir uns bei der gedanklichen Planung der nächsten Urlaubsreise.
Übrigens haben sich bei uns einige Blogleser der Ü60-Fraktion beschwert, dass wir mit unserer Rückkehr ihren Alltag durcheinandergewirbelt hätten, denn der Blog sei schließlich ein tägliches Ritual für sie gewesen. Leser U. aus S. (schöne Grüße!) spricht davon, dass alte Menschen einen geregelten Tagesablauf brauchen. Nun, liebe Rentner und Pensionäre, das hättet ihr euch früher überlegen müssen. Es ist ja nicht so, dass wir abgeneigt gewesen wären, die Reise durch freiwillige Spenden in die Länge zu ziehen.

Aber im Ernst: Wir werden auf globetrotting.eu schon noch das ein oder andere Fazit ziehen und Reisegeschichten zum Besten geben. Und „nach der Reise“ ist bekanntlich „vor der Reise“. Wenngleich die Weltreise einmalig gewesen sein wird, so werden wir auch weiterhin als Globetrotter um die Welt ziehen und auf unserem Blog darüber berichten – wenn auch in wesentlich längeren Abständen und in Form eines vierwöchigen Urlaubs. Also gelegentlich reinklicken, es wird sich lohnen…

4 Gedanken zu „Komm Du mir bloß hoim….

  1. Hotel Mama, 25 Jan 2013:
    Da ich weiß,wie Ihr nach Kommentaren giert, schnell einen kurzen Gruß,da Ihr Euch momentan an einem unbekannten Ort, den nur Eingeweihte wissen vom Heimatstress erholt. Es ist schön Euch wieder hier zu wissen und ich (wir) geniessen die Zeit mit Euch. Ganz besonders freut uns, daß Ihr Euch in Ravensburg sesshaft machen werdet. Da freut sich das Muttertier in mir !!

  2. Leser U. aus S., 22 Mär 2013:
    Bald werdet ihr ja im Herzen von R. wohnen / leben. Glückwunsch und gutes Gelingen. Ansonsten bitte dran denken: ich würde euch gerne mal ne Fete bekochen oder auch nur ein Kändlaitdinnr. Betrachtet das bitte als Gutschein!

  3. Lena und Bernd, 08 Apr 2013:
    Lieber Leser U. aus S., der Umzug ist geglückt, wir fühlen uns schon richtig Zuhause in unserem neuen Heim. Besten Dank für den überaus reizvollen kulinarischen Gutschein! Wir werden garantiert darauf zurück kommen. Beste Grüße an unseren Stammleser Lena und Bernd

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