Glück auf, Glück auf

Potosi galt dank seiner Silberminen vor mehr als 400 Jahren als die reichste Stadt der Welt. Davon ist heute so gut wie nichts mehr zu sehen. Wie alle bolivianischen Städte ist Potosi verschmutzt, laut und ziemlich hässlich. Der „Reiche Berg“ (Cerro Rico) ragt gleich hinter der Stadt in den Himmel – und noch immer sind dort etwa 180 Silberminen in Betrieb. Wir entschließen uns, das Abenteuer Silbermine zu buchen. Zunächst stoppen wir auf dem „Miners Market“ und besorgen Geschenke für die Mineure in Form von Cocablätter und Fanta. Wir werden mit Gummistiefeln, Klamotten, Helm und Grubenlampe ausgestattet und dann geht es hinein in ein finsteres Loch. Der Gang wird immer enger, die Luft ist staubig. Wir erfahren, dass viele Mineure nur eine Lebenserwartung von zehn (!) Jahren im Bergwerk haben. Der Onkel von unserem Guide Pedro ist bereits mit 34 Jahren an einer Staublunge gestorben. Cocablätterkauend wagen wir uns immer tiefer in die finsteren Löcher, die wir teilweise nur noch auf Knien passieren können. Die Backe ist schon angeschwollen von den vielen Cocablättern, eine Bewusstseinserweiterung stellt sich jedoch leider nicht ein. Es hilft allerdings gegen die Höhe und die Anstrengung. Irgendwann setzen wir uns auf ein paar Steine und schalten die Lampen aus. Pure Finsternis umhüllt uns. In der Ferne hören wir ein dumpfes Grollen – Dynamit. Pedro erzählt uns noch einige Geschichten aus dem harten und kurzen Leben der Bergleute. Dann suchen wir auf dem Boden nach Silber. Die drei Krümel Silbergestein, die wir finden, würden zu Hause immerhin einige Flaschen Bier einbringen, hierzulande sind sie wertlos. Dennoch ein nettes Souvenir. Wir treffen auf dem Rückweg noch ein paar Bergleute und verteilen unsere Geschenke, bevor es wieder nach draußen geht. Pedro hantiert noch etwas mit Dynamit und erläutert uns, dass eine Stange hier gerade mal 1,50 Euro kostet und an jedes Kleinkind verkauft wird. Wer also noch etwas Passendes für Sylvester in der deutschen Heimat sucht, wird hier fündig werden.

Ein Gedanke zu „Glück auf, Glück auf

  1. Mama, 31 Jan 2012:
    Hey, Ihr habt ja Euern Blog total überarbeitet. Ist wirklich super geworden. Was soll man da noch bessermachen ? Echt schöne Fotos, vor allem von Euch beiden. Ansonsten seid Ihr langsam richtige Abenteurer geworden. Ich sage nur „Schienenbus“ ! Anscheinend nehmen die Südamerikaner alles wörtlich. Ich nehme schon mal die Buchungen von allen entgegen, die an einer Dia-Reisereportage mit Euch Interesse haben (Natürlich gegen Provision. Dann kann ich auch mal abchillen !) Morgen haut der Nächste aus unserer Familie ab – nach China. Was hab’ich bloß für eine verrückte Familie ! Alles Liebe – Mama

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