Bunte Motive vor der Linse

Fortbewegung: Nachtbus, Überlandbus, Collectivo, Taxi, Flugzeug, Luxuszug
zurückgelegte Kilometer: 2.897
Zeitraum: 13 Tage im Januar
Sonnentage: trotz Regenzeit hatten wir jeden Tag viel Sonne (nur wenige Schauer)
Temperatur: überwiegend „Pulli-Temperatur“, auf dem Altiplano (3.800 Meter ist es recht frisch)
Budget: 46 Euro (v.a. Machu Picchu und der Andean Explorer waren sehr teuer)
Gesamtbewertung: Schulnote 1,7

Weltreise Peru

must-sees:
Auch wenn Millionen vor uns schon da waren: Machu Picchu muss man gesehen haben. Die verlorene Inkastadt thront majestätisch auf über 2.700 Meter und ist von Nebelschwaden umwogen. Jedoch kann man sich das frühe Aufstehen sparen. Wir sind nicht bereits um 05:00 oben, sondern erst um 09:00 – denn die Nebelschwaden verziehen sich eh nicht vor 10:00 Uhr. Uns bleiben ganze drei Stunden passables Wetter, bevor es fürchterlich zu regnen beginnt. Leider haben wir kein Rückfahrtticket für den Bus gelöst, da wir bergab wandern möchten. Tipp vom Profi: Man kann seine getroffene Entscheidung nicht revidieren, da es oben auf dem Berg keine Bustickets zu kaufen gibt. Also wandern wir zwei Stunden im strömenden Regen über hunderte von Stufen bergab. Die heißen Thermalbäder von Aquas Calientes sind unsere Rettung. Nach zwei Stunden im heißen Wasser ist das Anlegen der durchnässten Klamotten allerdings mehr als ungemütlich. Die Spätfolge: eine üble Erkältung. Immerhin haben wir uns 9 Dollar für den Bus gespart – das freut den Schwaben.

Inselhüpfen im Titicacasee – auf dem Weg zur Isla Taquille passiert man die Islas Flotantes (Schwimmende Inseln), die von den Nachfahren der „Ouro“ bewohnt werden. Die Inseln, Boote und Häuser bestehen komplett aus Schilf. Etwa 3.000 Bewohner leben auf den unzähligen Eiländern. Ein Rundgang über eine der rund 150 Quadratmeter großen Inseln fühlt sich an, als würde man auf einem Wackelpudding spazieren gehen.

 

forget-it:

Zugegeben, den Norden von Peru haben wir nur aus dem Busfenster gesehen. Es ist eine ewig lange Reise von Cuenca in Ecuador nach Lima, die uns 38 Stunden und unzählige Nerven kostet. Der Norden ist eine staubige Müllkippe. Ganz ehrlich: Soviel Müll und Dreck entlang der Straßen und Landstriche haben wir auf dieser Reise in keinem anderen Land der Welt mehr erblickt. Wir sind froh, dass wir diesen Landesteil nur durchqueren und nirgendwo länger als nötig bleiben müssen. Und auch die Hauptstadt Lima ist mit über 7 Mio. Einwohnern ein dreckiger, vom Smog benebelter Moloch, den wir nur auf dem Weg zum Flughafen durchqueren.

Cusco ist so eine Sache für sich, eigentlich ein ganz nettes Städtchen mit schönem Hauptplatz, engen Gassen und viel Kopfsteinpflaster. Doch wenn man „Tour Machu Picchu“, „Tour Inka Trail“, „Wanna look amigo, looking is for free“, oder „Massage my friend“ von allen Seiten hört und einem an jeder Ecke die Speisekarte vom Restaurant unter die Nase gehalten wird, dann kann Cusco schnell nerven.

 

top:

In Ollantaytambo im Heiligen Tal platzen wir zufälligerweise in eine zweitägige Fiesta rein. Verkleidete Männer tanzen trommelnd durch die Straßen, in Tracht gekleidete Frauen ziehen die Blicke der wenigen Touristen auf sich und zum Ende des Tages gibt es noch einen Stierkampf obendrein. Das sind wunderbare Einblicke in das Leben der Menschen auf dem Lande, die keine inszenierte Touristenshow je hätte bieten können.

Auch wenn wir den Unterschied zwischen Lama und Alpaka immer noch nicht kapiert haben: Die Tiere sind einfach zum knuddeln. Sie sehen nicht nur aus wie überdimensionale Wollknäuel, sie fühlen sich auch genau so an. Und auch wenn die freundliche Dame an der Ecke oder die süßen Mädchen nur mit dem geschmückten Tier auf zahlungsfreudige Touristen warten: wir haben den Fotoapparat gerne gezückt und gezahlt… Die erbetene Spende für das Foto ist natürlich immer zu gering und so wird stets versucht (mehr oder weniger freundlich) nachzuverhandeln. Die Nachzahlung bei den drei Mädchen auf der Insel Taquille im Titicacasee erfolgt in Form von Kokoskeksen. Die Kekse werden sofort verputzt, da sie im Gegensatz zu Kleingeld nicht zu Hause bei den Eltern abgeliefert werden müssen.

 

nervig:

Die Ruinen von Pisac sind unser Ziel – jedenfalls bis sich uns ein Wegelagerer der Gemeindeverwaltung in den Weg stellt. Für die nette Wanderung zu den Inka-Ruinen sollen wir 210 Soles für drei Personen bezahlen, was umgerechnet dem unverschämt teuren Preis von 61 Euro entspricht. Es bedarf einiges an Verhandlungsgeschick, bis wir die Tour doch noch antreten können – für ein Drittel des Preises und ohne Ticket, denn die Kohle steckt der Schrankenwärter in die eigene Tasche…

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