Winterwonderland Sibirien

Endlich eine heiße Dusche und etwas mehr Bewegungsfreiheit als im Zug – den fünftägigen Zwischenstopp in Irkutsk genießen wir trotz der widrigen Temperaturen. Zunächst einmal passen wir uns der russischen Lebensweise an und schlafen morgens sehr lange, denn vor zehn Uhr wird es eh nicht richtig hell. Es liegt viel Schnee und die Temperaturen bewegen sich so um die Minus 20 bis Minus 25 Grad. Draußen zu überleben geht nur, wenn man das Zwiebelprinzip beherzigt: Lange Unterhose, Jogginghose, Trekkinghose, zwei Paar Socken, T-Shirt, Sweatshirt, Pulli, Daunenjacke, Handschuhe und Mütze und Kapuze drüber – fertig. Das Ankleiden dauert beinahe länger als der tatsächliche Freiluftaufenthalt, denn nach einer Stunde sind wir gefroren wie eine Tiefkühlpizza und längst auf dem Weg zurück ins Hostel.

Dampfend fließt die Angara durch Irkutsk 

Doch tapfer steigern wir die tägliche Dosis Frischluft um eine Stunde, um für unseren Ausflug an den Baikalsee nach Listvyanka gerüstet zu sein. Tiefblau liegt er dann am letzten Tag endlich vor uns, der tiefste See und größte Süßwasserspeicher der Erde. Am Ufer bildet sich eine erste, dünne Eisschicht. Die letzten Nebelfetzen wabern über dem See und das kalte Wasser dampft von der Sonneneinstrahlung. Mit diesem märchenhaften Anblick werden nur die „Harten“ belohnt, denn während es im Sommer nur so von Touristen wimmelt, treffen wir in Irkutsk und Listvyanka gerade mal ein halbes Dutzend Hartgesottene.

Nur die Harten kommen in den Garten 

Kein Baikalbesuch ohne „Omul“ lautet ein ungeschriebenes Gesetz – und wahrlich: der Omul ist der beste Räucherfisch, der uns jemals untergekommen ist. Zahlreiche Omule mussten ihr Leben lassen um uns durch den harten sibirischen Winter zu bringen {#emotions_dlg.cry}

 Eine Hundeschlittenfahrt durch die winterliche Taiga gönnen wir uns auch noch. Sieben Hunde beschleunigen den Schlitten auf ein recht rasantes Tempo. Es ist gar nicht so einfach, den Schlitten in der Bahn zu halten. Mit aktivem Körpereinsatz saust das Gespann durch den Wald, die Hunde haben mächtig Spaß dabei. Nach gut zehn Minuten ist der fünf Kilometer lange Rundkurs durch den Wald bewältigt. Länger wäre eh nicht mehr gegangen, denn die Zehen und Finger schmerzen bereits.

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