Schmelztiegel der Kulturen

Fortbewegung: Eisenbahn, S-Bahn, Monorail, Standseilbahn, Bus, Fähre, Flussboot, Speedboat, Fahrrad
zurückgelegte Kilometer: 2.173
Zeitraum: 17 Tage im Mai
Sonnentage: sehr heiß und schwül, teilweise heftige Regenschauer
Temperatur: immer um die 30 Grad
Budget: 26 Euro
Gesamtbewertung: Schulnote 2,0

Weltreise Malaysia

must-sees:
Man wird zwar angeschaut wie ein Alien, wenn man mit dem Fahrrad durch die Cameron-Highlands radelt (weil alle Touristen die buckelige Gegend mit dem Taxi erkunden) aber dafür kann man nach Belieben in den unglaublich grünen Teeplantagen stoppen und die Gegend auf eigene Faust erkunden.

 Das Klima ist angenehm kühl und ist eine wahre Wohltat, wenn man gerade aus dem stickig-schwülen Kuala Lumpur kommt.

Der Dschungel von Taman Negara ist mit 140 Millionen Jahren der älteste Regenwald der Welt. Vom letzten Vorposten der Zivilisation setzen wir mit einem Boot über den Fluss und das Abenteuer kann beginnen. Gut, man muss zuvor erst noch ein riesiges Ferienressort mit über 100 Bungalows durchqueren, aber dann geht das Abenteuer endlich los. Wir starten in den Dschungel und sind enttäuscht, dass der Weg autobahnähnlich ausgebaut auf Metallstegen durch den Wald verläuft. Sicher hört der Weg nach einigen hundert Metern auf und das Abenteuer geht endlich los. Leider stellt sich heraus, dass alle Wege voll ausgebaut sind und uns begegnen zahlreiche Touristen. Abenteuerlich ist hingegen die Beschilderung. Wir treffen auf fünf verschiedene Hinweistafeln. Alle sind unterschiedlichen Maßstabs, auf jeder Karte sind neue Wege verzeichnet oder bereits bekannte Wege ausgeblendet. Mal stehen Ortsnamen auf den Wegweisern, dann tauchen plötzlich gelbe und rote Markierungen auf, die wir nie zuvor gesehen haben. Wie auch, unsere „Wanderkarte“ ist eine schlechte schwarz-weiß Kopie. Wir verlaufen uns gnadenlos. Die Wege die wir anhand der Karte finden, sind wegen Bauarbeiten unterbrochen und erweisen sich als Sackgassen. Die anderen Wege die wir schließlich begehen sind nicht mehr auf den Karten verzeichnet und führen uns im Kreis herum. Nach vier Stunden geben wir auf. Die Klamotten sind klatschnass geschwitzt und so entscheiden wir uns für ein Bad im Fluss. Da bleiben wir dann auch eine Stunde drin, bis unsere Körper wieder auf Normaltemperatur gekühlt sind. Wildtiere sehen wir keine. Nur Blutegel, die einen wie wild bespringen und zwei giftig aussehende Schlangen. Kaum wieder zurück im Urlaubsressort, kreuzen Affen, Rehe und Tapire unseren Weg. Das Programm hätten wir dann doch einfacher haben können… Spannender ist die Nachtsafari. Da laufen zwar sehr viele Gruppen im Wald herum, aber dennoch ist die Stimmung und die Geräuschkulisse einzigartig. Mit unseren Taschenlampen entdecken wir zahlreiche exotische Insekten und Reptilien.

Überraschende Gesellschaft während der Morgentoilette…

Das Kuala Lumpur City Centre ist eine Stadt innerhalb der Stadt, ein Konsumtempel mit gigantischen Ausmaßen, vollgestopft mit Luxusboutiquen für Mode, Schmuck und Elektronik. Weltberühmt sind „Petronas Towers“. Vom nahegelegenen Park hat man bei Nacht einen fantastischen Blick auf die illuminierten Zwillingstürme.

 

forget-it:
Von der Landschaft sind wir schwer enttäuscht. Statt des erhofften Dschungels erblickt der Bahnreisende ausschließlich Palmölplantagen. Millionen von Ölpalmen ziehen am Zugfenster vorbei. Diese scheußlichen grünen Monster haben in riesigen Monokulturen den Dschungel Malaysias verdrängt. Und wir in Europa kaufen den Biosprit und glauben, der Umwelt damit einen Gefallen zu tun. Shocking!

 

top:
Malaysia ist ein Multikulti-Staat, weswegen man dort auch eine sehr abwechslungsreiche Küche mit indonesischen, thailändischen, indischen, chinesischen und eben malaysischen Einflüssen vorfindet. Nirgendwo auf der ganzen Welt haben wir so gut und günstig auf der Straße gegessen. In jeder Stadt gibt es ein „Little India“ oder „Chinatown“ wo viele Straßenküchen den Gaumen verwöhnen.

 Ferner gibt es in Malaysia die leckersten Eistees der Welt. Entweder pur oder mit Milch, aber immer „on the rocks“. Auf der Straße ab 25 Eurocent zu haben…

wunderlich:

Im Kek Lok Si Tempel auf Penang werden Schildkröten in die „Freiheit“ entlassen, um das eigene Karma zu verbessern. Dumm nur, wenn die schöne neue Freiheit zehn Quadratmeter groß und von Betonmauern eingefasst ist. Hoffentlich werdet ihr als Tierschützer wiedergeboren! Der Eingang zum Tempel gleicht einer hundert Meter langen Souvenirhölle, die jeder Besucher passieren muss. Nicht gerade eine spirituelle Erfahrung…

nervig:
Kühlschrankreisen. Draußen 30 Grad, drinnen die Hälfte. Während einer achtstündigen Bahnfahrt muss man sich in Pulli und lange Hose einpacken, auf dem Bahnsteig würde man sich am liebsten die Kleider vom Leib reißen.

Von der Landschaft bin ich leider schwer enttäuscht. Statt des erhofften Dschungels erblickt der Bahnreisende ausschließlich Palmölplantagen. Millionen von Ölpalmen ziehen am Zugfenster vorbei. Diese scheußlichen grünen Monster haben in riesigen Monokulturen den Dschungel Malaysias verdrängt. Und wir in Europa kaufen den Biosprit und glauben, der Umwelt damit einen Gefallen zu tun. Shocking!

Modern-Talking Beschallung im Fernreisebus. Geht gar nicht!

Nur wenige Male im Jahr verkehrt der weltberühmte Eastern&Oriental Express von Bangkok nach Singapore. Ich habe den Fahrplan studiert und die Chancen für ein „Rendezvous“ in Butterworth stehen gut. Leider hat der Zug stolze 4,5 Stunden Verspätung. Ich schmore in der Hitze und stehe mir die Beine in den Bauch. Erst nach Sonnenuntergang trifft der Zug ein. Tickets für den Luxuszug kosten zwischen 2.440 und 5.150 US-Dollar. Nicht gerade mein Budget. Ich lege allerdings auch keinen großen Wert auf eine solche Reisegesellschaft und lasse mir lieber in der 3.Klasse den Fahrtwind der offenen Waggontür um die Nase wehen 🙂

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